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Rehasport im Fitnessstudio auf Rezept ohne Zuzahlung

Veröffentlicht am , zuletzt aktualisiert am

Rehasport im Fitnessstudio kostet Sie nichts, wenn Ihr Arzt ihn auf Rezept verordnet und Ihre Krankenkasse vor dem ersten Termin zustimmt. Das Studio muss eine anerkannte Gruppe führen. In der Regel zahlt die Kasse 50 Einheiten in 18 Monaten. Zuzahlungen sind verboten, und eine Mitgliedschaft ist nach den bundesweiten Regeln nicht Pflicht.

Rehasport-Einheiten pro Rezept
in der Regel 50 in 18 Monaten
BAR, Rahmenvereinbarung Rehabilitationssport und Funktionstraining, Ziffer 4.4.1, Stand 1. Januar 2022
Zuzahlung zum verordneten Rehasport
0 Euro
BAR, Rahmenvereinbarung Rehabilitationssport und Funktionstraining, Ziffer 16.5, Stand 1. Januar 2022
Dauer einer Rehasport-Einheit
mindestens 45 Minuten
BAR, Rahmenvereinbarung Rehabilitationssport und Funktionstraining, Ziffer 9.3, Stand 1. Januar 2022
Eine Trainerin steht in der Mitte eines hellen Raums, um sie herum sitzen sechs ältere Menschen auf Stühlen und ziehen mit beiden Händen elastische Bänder auseinander.
Alle sitzen und üben gemeinsam, die Anleitung kommt von der Trainerin in der Mitte. Bild: KI generiert.

Was ist Rehasport und wer bekommt ihn?

Rehasport ist Gruppentraining auf Rezept. Offiziell heißt er Rehabilitationssport, und er begleitet eine ärztliche Behandlung. Sie sollen dadurch langfristig selbstständig trainieren können. Anspruch haben Menschen mit einer Behinderung und Menschen, denen eine Behinderung droht. Die Gruppen sind nach Erkrankungen sortiert, zum Beispiel Orthopädie, Herz, Nerven, innere Medizin und Krebs.

Daneben gibt es das Funktionstraining. Es steht auf demselben Formular und ist Gymnastik in der Gruppe, vor allem bei Rheuma und Osteoporose, an Land oder im Wasser. Ob die eine oder die andere Form zu Ihnen passt, entscheidet Ihr Arzt.

Wie viele Rehasport-Einheiten zahlt die Krankenkasse?

Beim Rehasport zahlt die Krankenkasse in der Regel 50 Einheiten in 18 Monaten. Jede Einheit dauert mindestens 45 Minuten, und Sie trainieren bis zu zweimal pro Woche in einer Gruppe mit höchstens 15 Personen. Beim Funktionstraining zahlt sie meist 12 Monate. Bei einigen schweren Erkrankungen sind bis zu 120 Einheiten in 36 Monaten möglich, in Herzgruppen (Rehasport bei Herzerkrankungen) 90 Einheiten in 24 Monaten. Alle Angaben sind Richtwerte, von denen die Kasse im Einzelfall abweichen kann.

Rehasport und Funktionstraining im Vergleich, jeweils als Richtwert.
MerkmalRehasportFunktionstraining
Wer leitetÜbungsleitung mit Lizenz, ein Arzt berät die Gruppemeist Physio- oder Ergotherapeuten
Umfang in der Regel50 Einheiten in 18 Monaten12 Monate
Erweiterter Umfang120 Einheiten in 36 Monaten bei 16 genannten Erkrankungen, in Herzgruppen 90 Einheiten in 24 Monaten24 Monate bei schwerem Rheuma, Fibromyalgie oder Osteoporose
Dauer einer Einheitmindestens 45 Minuten, in Herzgruppen 60 Minutenmindestens 30 Minuten an Land, 20 Minuten im Wasser
Gruppengrößehöchstens 15 Personen, in Herzgruppen 20höchstens 15 Personen

Die 120 Einheiten sind zum Beispiel bei Multipler Sklerose, Parkinson, der Lungenerkrankung COPD oder Asthma möglich. Bewilligt werden sie nur, wenn sie im Einzelfall nötig sind.

Wie bekommen Sie Rehasport auf Rezept?

Rehasport beginnt bei Ihrem behandelnden Arzt, nicht im Studio. Er stellt das Rezept auf einem Formular aus, das Muster 56 heißt und seit Januar 2023 in überarbeiteter Fassung gilt. Auf dem Rezept steht:

  • Ihre Diagnose.
  • Warum Sie Rehasport brauchen und was er erreichen soll.
  • Wie lange Sie trainieren sollen.
  • Welche Art von Gruppe zu Ihnen passt.

Mit dem Rezept beantragen Sie den Rehasport bei Ihrer Krankenkasse. Die Kasse muss ihn vor dem Beginn genehmigen, auch bei jedem Folgerezept. Fangen Sie deshalb erst nach der Genehmigung an, sonst ist unklar, ob die Kasse die Einheiten zahlt. Ein Folgerezept gibt es, wenn Sie die Übungen wegen Ihrer Erkrankung noch nicht allein machen können. Ihr Arzt muss das begründen.

Kommt das Rezept aus einer Reha-Klinik der Rentenversicherung, gelten andere Regeln. Dann verordnet der Klinikarzt den Rehasport, und Sie müssen innerhalb von drei Monaten nach der Reha beginnen. Die Rentenversicherung zahlt in der Regel bis zu sechs Monate, höchstens zwölf.

Welches Fitnessstudio darf Rehasport abrechnen?

Abrechnen darf nur ein Studio, dessen Rehasport-Gruppe anerkannt ist. Die Anerkennung geben Stellen wie Kranken- und Rentenversicherung selbst oder Verbände und Landesstellen, denen sie diese Aufgabe übertragen haben. Ob ein Studio anerkannt ist, sehen Sie nicht an der Tür.

Fragen Sie nach dem Nachweis der Anerkennung und nach dem Institutionskennzeichen, einer neunstelligen Nummer, mit der das Studio gegenüber den Kassen abrechnet. Die Gruppe braucht außerdem eine Übungsleitung mit gültiger Lizenz, einen Arzt für Beratungen und mindestens 5 Quadratmeter freie Fläche je Teilnehmer. Die Lizenz gilt vier Jahre, in Herzgruppen zwei.

Die Gruppe trainiert fest zu festen Zeiten, in der Regel mit höchstens 15 Teilnehmenden. Offenes Training, bei dem jeder kommt, wann er will, ist kein Rehasport. Ihre Gruppe suchen Sie nicht ganz frei aus: Meist gilt die anerkannte Gruppe, die Ihrem Wohn- oder Arbeitsort am nächsten liegt.

Darf dieses Studio Ihren Rehasport abrechnen?

Kann das Studio die Anerkennung der Gruppe nachweisen und nennt es sein Institutionskennzeichen?

Ja

Leitet eine Übungsleitung mit gültiger Lizenz die Gruppe?

Ja

Trifft sich die Gruppe fest zu festen Zeiten, in der Regel mit höchstens 15 Teilnehmenden?

Ja

Das Studio erfüllt die wichtigsten Voraussetzungen. Zeigen Sie Rezept und Genehmigung vor und vereinbaren Sie die Termine.

Nein

Offenes Training ohne feste Gruppe ist kein Rehasport. Suchen Sie eine anerkannte Gruppe bei einem anderen Anbieter.

Nein

Ohne gültige Lizenz darf niemand Rehasport leiten. Fragen Sie nach der Lizenz oder suchen Sie ein anderes Studio.

Nein

Ohne Anerkennung rechnet das Studio nicht mit der Kasse ab. Fragen Sie Ihre Kasse nach anerkannten Gruppen in Ihrer Nähe.

Was kostet Rehasport im Fitnessstudio?

Der verordnete Rehasport kostet Sie nichts. Neben dem Geld der Kasse darf das Studio weder Zuzahlungen noch Eigenanteile noch Vorauszahlungen verlangen. Freiwillige Extras wie Sauna oder freies Gerätetraining zahlen Sie selbst. Wollen Sie nach dem Rezept weitertrainieren, sehen Sie im Ratgeber zu den Fitnessstudio-Kosten im Monat, womit Sie rechnen müssen.

Eine Mitgliedschaft in der Gruppe oder im Verein ist nach den bundesweiten Regeln nicht Pflicht. Den Beitrag übernimmt die Kasse ohnehin nicht. Manche Studios verlangen den Beitritt trotzdem, wie ein Fall vor dem Bundesfinanzhof zeigt. Eine Frau machte dort ein verordnetes Funktionstraining und musste dafür in das Studio und in einen Verein eintreten und ein Grundmodul buchen. Ihre Kasse zahlte nur das Training. Die Studiobeiträge konnte sie 2024 nicht als außergewöhnliche Belastung von der Steuer absetzen, weil sie sich frei für das Studio entschieden hatte.

Gehört Gerätetraining zum Rehasport?

Nein, Rehasport findet in der Gruppe statt, nicht an der Beinpresse. Übungen an technischen Geräten sind ausgeschlossen, zum Beispiel an Ergometer, Seilzug, Beinpresse, Laufband, Rudergerät oder Crosstrainer. Erlaubt sind Bälle, Bänder, Matten, Kurzhanteln und Turnbänke. Ausnahmen gibt es nur in Herzgruppen: das Ergometer und Kraftausdauertraining an Geräten bei Herzschwäche.

Der Grund: Rehasport soll Sie befähigen, langfristig allein zu trainieren, und er wirkt über das gemeinsame Üben in festen Gruppen. Training an Geräten auf Rezept gibt es getrennt davon in der Physiotherapie. Ob Ihre Krankenkasse auch einen normalen Studiovertrag bezuschusst, erklärt der Ratgeber Zahlt die Krankenkasse das Fitnessstudio.

Wie läuft Rehasport vom Rezept bis zur letzten Einheit?

Drei Regeln sollten Sie kennen: Sie bleiben in Ihrer Gruppe, Sie melden Fehlzeiten mit Grund, und nicht genutzte Einheiten verfallen.

Rehasport in 6 Schritten
  1. Rezept

    Der Arzt verordnet den Rehasport mit Diagnose, Ziel, Dauer und Empfehlung für die Gruppe. Zuständig: Arzt.

  2. Genehmigung

    Sie reichen den Antrag bei der Kasse ein, und die Kasse genehmigt vor dem Beginn. Zuständig: Sie und die Kasse.

  3. Gruppe wählen

    In der Regel die anerkannte Gruppe in der Nähe von Wohn- oder Arbeitsort. Berechtigte Wünsche berücksichtigt die Kasse. Zuständig: Sie.

  4. Regelmäßig teilnehmen

    Feste Gruppe zu festen Zeiten, bis zu zwei Termine pro Woche. Ein Gruppenwechsel ist grundsätzlich nicht erlaubt, Ausnahmen gibt es zum Beispiel bei Schichtarbeit. Zuständig: Sie und die Übungsleitung.

  5. Fehlzeiten melden

    Urlaub, Klinikaufenthalt oder Krankheit sind begründete Ausnahmen. Fehlen Sie ohne Grund, darf das Studio das Training abbrechen. Zuständig: Sie.

  6. Ende oder Folgerezept

    Nach 50 Einheiten oder 18 Monaten endet das Rezept. Weiter geht es nur mit neuem Rezept und neuer Genehmigung. Zuständig: Arzt und Kasse.

Häufige Fragen

Muss ich für Rehasport im Fitnessstudio etwas zuzahlen?

Nein, für verordneten und genehmigten Rehasport im Fitnessstudio zahlen Sie nichts zu. Das Studio darf neben dem Geld der Kasse keine Zuzahlung, keinen Eigenanteil und keine Vorauszahlung verlangen. Kosten entstehen nur für Extras wie Sauna, die Sie freiwillig buchen.

Muss ich Mitglied im Fitnessstudio werden, um dort Rehasport zu machen?

Nein, für verordneten Rehasport ist nach den bundesweiten Regeln keine Mitgliedschaft in der Gruppe oder im Verein Pflicht. Eine freiwillige Mitgliedschaft im Fitnessstudio zahlen Sie selbst. Verlangt ein Studio den Beitritt trotzdem, fragen Sie vor der Unterschrift Ihre Krankenkasse.

Wie viele Einheiten Rehasport zahlt die Krankenkasse?

Die Krankenkasse zahlt für Rehasport in der Regel 50 Einheiten innerhalb von 18 Monaten. Bei bestimmten Erkrankungen wie Multipler Sklerose sind bis zu 120 Einheiten in 36 Monaten möglich, in Herzgruppen 90 Einheiten in 24 Monaten.

Darf ich beim Rehasport im Fitnessstudio an Geräten trainieren?

Nein, Übungen an technischen Geräten wie Beinpresse, Laufband oder Crosstrainer gehören nicht zum Rehasport. Erlaubt sind Bälle, Bänder, Matten, Kurzhanteln und Turnbänke. Ausnahmen gelten nur in Herzgruppen.

Verfallen Rehasport-Einheiten, wenn ich sie nicht nutze?

Ja, Rehasport-Einheiten, die Sie im genehmigten Zeitraum nicht nutzen, verfallen grundsätzlich. Eine Übertragung auf später ist nicht vorgesehen. Wer mehr Einheiten braucht, benötigt ein Folgerezept und eine neue Genehmigung.

Woran erkenne ich, ob ein Fitnessstudio Rehasport mit der Kasse abrechnen darf?

Ein Fitnessstudio darf Rehasport nur abrechnen, wenn seine Gruppe anerkannt ist. Fragen Sie nach dem Nachweis der Anerkennung, dem Institutionskennzeichen und der gültigen Lizenz der Übungsleitung. Die Gruppe muss fest zu festen Zeiten trainieren.

Quellen und Methodik

Quellen und Lizenzen

  1. § 64 SGB IX, Ergänzende Leistungen, Absatz 1 Nummer 3 und 4, Bundesministerium der Justiz, gesetze-im-internet.de,
  2. § 43 SGB V, Ergänzende Leistungen zur Rehabilitation, Bundesministerium der Justiz, gesetze-im-internet.de,
  3. § 31 SGB I, Vorbehalt des Gesetzes, Bundesministerium der Justiz, gesetze-im-internet.de,
  4. Rahmenvereinbarung über den Rehabilitationssport und das Funktionstraining, Stand 26. November 2021, in Kraft seit 1. Januar 2022, Bundesarbeitsgemeinschaft für Rehabilitation e. V.,
  5. Qualifikationsanforderungen Übungsleiter/-in Rehabilitationssport vom 1. Januar 2020, Bundesarbeitsgemeinschaft für Rehabilitation e. V.,
  6. Rehabilitationssport anbieten: Fragen und Antworten für Leistungserbringer, Bundesarbeitsgemeinschaft für Rehabilitation e. V.,
  7. Rehasport und Funktionstraining: aktualisiertes Formular Muster 56 ab Januar 2023, Kassenärztliche Vereinigung Baden-Württemberg,
  8. Urteil vom 21. November 2024, VI R 1/23: Mitgliedsbeiträge für ein Fitnessstudio sind keine außergewöhnlichen Belastungen, auch bei verordnetem Funktionstraining, Bundesfinanzhof,

Einsatz von Sprachmodellen

Künstliche Intelligenz hat beim Aufbau dieses Verzeichnisses mitgeholfen. Sie hat die wiederkehrenden Sätze der Orts- und Studioseiten formuliert, die Ratgeber mitgeschrieben und überarbeitet, Quellen gesucht und die Bilder erzeugt. Die Adressen, ihre Zuordnung zu den Orten und die Suche nach doppelten Einträgen erledigt dagegen ein festes Programm ohne künstliche Intelligenz.

Korrekturweg

Eine falsche oder veraltete Angabe melden Sie über das Kontaktformular. Nennen Sie das Studio und die richtige Angabe. Stammt der Fehler aus OpenStreetMap, weisen wir darauf hin, wo Sie ihn dort berichtigen können, sonst taucht er beim nächsten Abgleich wieder auf. Auskunft, Berichtigung oder Löschung Ihrer Daten nach Art. 15 bis 17 DSGVO beantragen Sie auf demselben Weg.

Stand dieser Angaben: 26. September 2026.