Was unterscheidet Discounter, Premium und Boutique?
Der Branchenverband DSSV teilt den Markt nach Betreiberform ein, in Ketten, Einzelstudios und Spezialstudios. Zu den Spezialstudios zählt er Nischenangebote wie EMS-Training, Zirkeltraining, Personal Training und Functional Training. Was ein Discounter, ein Premiumstudio oder ein Boutique-Studio ist, legt der DSSV nicht fest.
Ende 2025 zahlten Mitglieder in Ketten im Schnitt 40,54 Euro im Monat, in Einzelstudios 59,24 Euro und in Spezialstudios 80,02 Euro. Die Beispiele in der Tabelle reichen von 29 Euro im Monat bei FitX bis 165 Euro bei einer CrossFit-Box in Bonn. McFIT nimmt 29,90 Euro, Fitness First 5,90 bis 17,90 Euro pro Woche, Kieser 69 bis 89 Euro und Mrs.Sporty 40 bis 85 Euro.
| Studiotyp | Beispiel | Beitrag | Betreuung | Bindung |
|---|---|---|---|---|
| Discounter | McFIT, FitX | McFIT 29,90 Euro, FitX 29 Euro im Monat | FitX: Trainer von 9 bis 21 Uhr vor Ort | 12 oder 24 Monate |
| Premiumstudio | Fitness First | 5,90 bis 17,90 Euro pro Woche | Trainingspaket mit Plan gegen Aufpreis | 12 oder 24 Monate |
| Mikrostudio | Kieser, Mrs.Sporty | Kieser 69 bis 89 Euro, Mrs.Sporty 40 bis 85 Euro im Monat | feste Abläufe mit Betreuung | 12 oder 24 Monate, teils monatlich kündbar |
| Boutique-Studio | CrossFit-Box | 90 bis 165 Euro im Monat | jede Einheit angeleitet | monatlich kündbar bis 12 Monate |
Die Boutique-Spanne stammt aus drei CrossFit-Boxen. Wie sich der Preis dort zusammensetzt, zeigen die Kosten einer CrossFit-Box.
Was übernehmen Sie beim Discounter selbst?
Die Stiftung Warentest hat 2017 sieben Ketten getestet. Die Ausstattung war überall gut oder sehr gut, die Betreuung nur bei einem Anbieter gut. Beim schlechtesten Anbieter war häufig nur ein Mitarbeiter für Empfang, Aufsicht, Probetraining und das Putzen der Duschen zuständig. Kurse liefen dort ausschließlich per Video.
McFIT berechnet im Tarif mit 12 Monaten 29,90 Euro im Monat, dazu 39 Euro Anmeldegebühr und zweimal im Jahr 15 Euro Servicepauschale. Das ergibt 427,80 Euro für zwölf Monate. Im Tarif mit 24 Monaten sinkt der Beitrag auf 24,90 Euro, der Gesamtpreis liegt bei 696,60 Euro. FitX nimmt 29 Euro im Monat und 29 Euro Anmeldegebühr, insgesamt 377 Euro für die Mindestlaufzeit. Dort sind Trainer von 9 bis 21 Uhr vor Ort, dazu gibt es 37 Kurse pro Woche.
- Bekommen Sie eine Einzeleinweisung oder eine Gruppeneinweisung?
- Laufen die Kurse mit Trainer im Raum oder als Video?
- Wie viele Mitarbeiter sind zu Ihrer Trainingszeit im Haus, und wie viele davon stehen auf der Fläche?
- Gibt es vor dem ersten Training ein Gespräch über Ihre Gesundheit oder nur einen Zettel?
- Was kostet ein Trainingsplan extra, und sind Dusche und Spind im Beitrag enthalten?
Was liefert ein Premiumstudio zusätzlich?
Ein Premiumstudio verlangt mehr Beitrag und wirbt dafür mit mehr Service. Fitness First beschreibt seine BLACK-Clubs zum Beispiel mit großzügigen Wellnessbereichen und exklusiven Services. Für Premium gibt der DSSV keine eigene Zahl an, Mitglieder in Einzelstudios zahlten Ende 2025 im Schnitt rund 19 Euro mehr als in Ketten.
Fitness First rechnet pro Woche: Der Tarif RED beginnt bei 5,90 Euro, der Tarif BLACK bei 17,90 Euro. Dazu kommt halbjährlich ein Trainingspaket für 39 Euro, in ausgewählten Clubs 49 Euro. Es enthält zweimal im Jahr ein Gespräch über Ihre Gesundheit samt Körperanalyse und einen Trainingsplan. Über 52 Wochen gerechnet sind das rund 26 Euro im Monat im Tarif RED und rund 78 Euro im Tarif BLACK. Bei 24 Monaten Laufzeit entfällt die Startgebühr von 39 Euro.
Was bietet ein Mikrostudio wie Kieser oder Mrs.Sporty?
Ein Mikrostudio ist eine kleine Anlage mit festem Trainingsablauf und persönlicher Betreuung statt eines großen Geräteparks. Kieser nennt zweimal 30 Minuten pro Woche. Die Preisempfehlung liegt bei 89 Euro im Monat bei zwölf Monaten und bei 69 Euro bei 24 Monaten, die Einführung mit Trainingsplan kostet ab 199 Euro. Ein Trainer begleitet das erste bis dritte Training persönlich, danach das zehnte und jedes zwanzigste.
Mrs.Sporty ist ein Zirkeltraining nur für Frauen mit persönlichem Coach, zwei bis drei Einheiten von 30 Minuten pro Woche. Im Club Korschenbroich kostet der Tarif Active mit vier Trainings im Monat 40 Euro, Unlimited 65 Euro und All In 85 Euro, jeweils bei zwölf Monaten. Die über 250 Clubs sind eigenständige Unternehmen und legen ihre Preise selbst fest.
Kleine Studios haben weniger Mitglieder, die sich die Kosten teilen. Nach den DSSV-Zahlen kommen auf ein Kettenstudio rund 2.530 Mitglieder, auf ein Spezialstudio rund 190. Das ist unsere Rechnung aus Mitglieder- und Studiozahl und kann den höheren Preis mit erklären.
Wie lange binden Sie sich bei welchem Typ?
Discounter, Premiumstudios und Mikrostudios binden Sie meist für 12 oder 24 Monate, CrossFit-Boxen bieten auch monatlich kündbare Tarife. Wer sich länger bindet, zahlt bei McFIT, Kieser, Mrs.Sporty und den CrossFit-Boxen weniger im Monat. McFIT nimmt 29,90 Euro bei 12 Monaten und 24,90 Euro bei 24 Monaten, Kieser 89 Euro bei zwölf und 69 Euro bei 24 Monaten. Bei Mrs.Sporty in Korschenbroich kostet Active 40 Euro bei zwölf Monaten und 55 Euro bei monatlicher Kündigung. Eine CrossFit-Box in Bonn verlangt für unbegrenztes Training 150 Euro bei sechs Monaten und 165 Euro bei monatlicher Kündigung.
Für alle Studios gilt dieselbe Grenze: Die erste feste Laufzeit darf höchstens 24 Monate betragen. Danach darf sich der Vertrag nur auf unbestimmte Zeit verlängern und muss mit höchstens einem Monat Frist kündbar sein.
Was ändert der Zugang über eine Plattform?
Neben der Mitgliedschaft gibt es einen weiteren Weg: Plattformen verkaufen gegen einen Monatsbeitrag den Zugang zu vielen Studios verschiedener Betreiber. Der DSSV nennt sie Aggregatoren. Nach seinen Zahlen trainierten 2025 rund 1,47 Millionen Menschen zusätzlich über solche Plattformen, 21,5 Prozent mehr als 2024. 76,1 Prozent der Studios in Deutschland sind an mindestens ein solches Netzwerk angebunden.
Wer in mehreren Städten oder unregelmäßig trainiert, fragt deshalb vor der Unterschrift, ob das Wunschstudio über eine Plattform erreichbar ist.
Wie vergleichen Sie zwei Studios in 6 Schritten?
Zwei Angebote verschiedener Typen vergleichen Sie über den Preis je Einheit und nicht über den Monatsbeitrag. Worauf Sie außerdem achten, steht in der Prüfliste zum Fitnessstudio auswählen.
- Legen Sie fest, wie oft Sie pro Woche realistisch trainieren. Nehmen Sie den Wert der letzten drei Monate und nicht Ihren Vorsatz.
- Rechnen Sie beide Angebote auf den Gesamtpreis der ersten festen Laufzeit um: Monatsbeitrag mal Monate plus Anmeldegebühr plus alle Pauschalen. Wochenpreise multiplizieren Sie mit 52.
- Teilen Sie den Gesamtpreis durch die Zahl der Einheiten, die Sie in dieser Zeit erwarten. Das ergibt den Preis je Einheit.
- Ziehen Sie ab, was Sie sonst extra zahlen müssten, etwa für Kurse, Trainingsplan, Handtuch oder Spind.
- Vergleichen Sie die Betreuungszeiten und nicht die Öffnungszeiten.
- Prüfen Sie zuletzt den Weg. Ein Studio in 20 Minuten Entfernung verliert gegen ein Studio um die Ecke, auch wenn es je Einheit billiger ist.
Trainieren Sie mindestens zweimal pro Woche und wissen Sie schon, was Sie an den Geräten tun?
Brauchen Sie Kurse, Sauna oder einen großen Gerätepark?
Ein Premiumstudio passt. Rechnen Sie Wochenpreise auf 52 Wochen um.
Ein Discounter reicht und ist der günstigste Weg. Klären Sie vorher, wer Sie einweist.
Fällt Ihnen das Training leichter, wenn ein Termin und ein Coach warten?
Wollen Sie in einer Gruppe trainieren?
Sehen Sie sich ein Boutique-Studio an, etwa eine CrossFit-Box. Jede Einheit ist angeleitet, der Beitrag liegt aber ein Vielfaches über dem eines Discounters.
Ein Mikrostudio wie Kieser oder Mrs.Sporty passt mit festen Terminen und kurzen Einheiten. Rechnen Sie die Einführung mit ein.
Prüfen Sie einen Zugang über eine Plattform oder einen monatlich kündbaren Tarif, bevor Sie sich zwei Jahre binden.
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen einem Discounter und einem Premium-Fitnessstudio?
Ein Discounter hält den Beitrag niedrig, oft mit weniger Personal auf der Fläche. Ein Premiumstudio verlangt mehr und bietet Kurse und Service. Ende 2025 zahlten Mitglieder in Ketten im Schnitt 40,54 Euro im Monat und in Einzelstudios 59,24 Euro.
Wann rechnet sich ein Boutique-Studio gegenüber einem normalen Fitnessstudio?
Ein Boutique-Studio rechnet sich, wenn Sie die angeleiteten Einheiten regelmäßig nutzen. Bei G3 CrossFit in Berlin kosten drei Termine pro Woche 120 Euro im Monat, das sind bei rund 13 Einheiten etwa 9 Euro je Einheit. Wer bei einem 90-Euro-Tarif nur zweimal im Monat kommt, zahlt 45 Euro je Einheit.
Wie rechne ich einen Wochenbeitrag in einen Monatsbeitrag um?
Multiplizieren Sie den Wochenpreis mit 52 und teilen Sie durch 12. Bei Fitness First im Tarif BLACK sind 17,90 Euro pro Woche so 77,57 Euro im Monat. Wer den Wochenpreis mit vier multipliziert, kommt auf 71,60 Euro und rechnet rund 72 Euro im Jahr zu wenig.
Kann ich ein Fitnessstudio auch ohne Mitgliedschaft nutzen?
Ja, ein Fitnessstudio lässt sich auch ohne Mitgliedschaft nutzen, über Tageskarten und über Plattformen, die Zugang zu vielen Studios verkaufen. Fitness First nennt 19 Euro für eine Tageskarte im Tarif RED und 29 Euro im Tarif BLACK. Über Plattformen trainieren nach Angaben des DSSV rund 1,47 Millionen Menschen zusätzlich. Ihr Vertragspartner ist dann meist die Plattform.
