Welche vier Dinge gehören ins Erstgespräch?
Das Erstgespräch ist der Termin, in dem Trainer und Kunde klären, ob und wie sie zusammenarbeiten. Es geht um vier Dinge: Ihre gesundheitliche Ausgangslage, Ihr Ziel, den Umgang mit Ihren Gesundheitsdaten und die Vertragsbedingungen. Ein Erstgespräch schreibt kein Gesetz vor. Jeder der vier Punkte beeinflusst aber, was die Stunden kosten und was sie bringen können.
Wie weit die Aufgabe eines Personal Trainers reicht, beschreibt der europäische Berufsstandard von EuropeActive, einem Branchenverband (Fassung 2025). Danach trainiert ein Personal Trainer gesunde Erwachsene und solche mit geringem Risiko, also mit kleinen, stabilen Einschränkungen oder höchstens zwei Risikofaktoren für chronische Krankheiten. Er verweist an andere Fachleute, wenn Ihr Bedarf darüber hinausgeht. Krankheiten feststellen oder Reha-Programme für die akute Phase verordnen darf er nicht.
Die Reihenfolge ist meist so: Zuerst beantworten Sie die Gesundheitsfragen, und falls nötig klären Sie Ihre Belastbarkeit ärztlich. Dann vereinbaren Sie ein Ziel mit Messwert und Zeitraum. Danach lesen Sie das Angebot und entscheiden über die Einwilligung für Ihre Gesundheitsdaten. Erst dann beginnt die erste Stunde. Ändert sich Ihre Gesundheit später, beginnt die Abfrage von vorn.
Welche sieben Gesundheitsfragen stellt der Trainer?
Der PAR-Q+ ist ein internationaler Fragebogen, mit dem Menschen vor mehr Bewegung prüfen, ob sie vorher ärztlichen oder fachlichen Rat brauchen. Die aktuelle Fassung trägt das Jahr 2025. Die erste Seite stellt sieben allgemeine Gesundheitsfragen, die Sie mit Ja oder Nein beantworten. Sinngemäß lauten sie so.
- Hat ein Arzt bei Ihnen eine Herzerkrankung oder Bluthochdruck festgestellt?
- Haben Sie Schmerzen in der Brust, in Ruhe, im Alltag oder bei Belastung?
- Haben Sie in den letzten 12 Monaten durch Schwindel das Gleichgewicht oder das Bewusstsein verloren?
- Wurde bei Ihnen eine andere chronische Erkrankung festgestellt?
- Nehmen Sie wegen einer chronischen Erkrankung verschriebene Medikamente?
- Haben Sie ein Problem an Knochen, Gelenken, Muskeln, Bändern oder Sehnen aus den letzten 12 Monaten, das sich durch mehr Bewegung verschlimmern könnte?
- Hat Ihnen ein Arzt geraten, sich nur unter medizinischer Aufsicht zu bewegen?
Beantworten Sie alle sieben Fragen mit Nein, gelten Sie nach dem Fragebogen als freigegeben, höchstens zwölf Monate und nur, solange sich Ihr Zustand nicht ändert. Bei einem Ja folgen Zusatzfragen auf zwei weiteren Seiten, etwa zu Rückenproblemen, Krebs, Herzerkrankungen, Bluthochdruck oder Diabetes. Wer schwanger ist, soll vorher mit Ärztin oder Arzt oder einer qualifizierten Trainingsfachkraft sprechen. Wer über 45 ist und keine intensive Belastung gewohnt ist, soll sich vor solchem Training fachlich beraten lassen.
Für Deutschland empfiehlt die ärztliche Leitlinie zur sportmedizinischen Vorsorgeuntersuchung eine solche Untersuchung vor einem intensiveren Trainingsprogramm. Ab 35 Jahren soll dabei das Herz-Kreislauf-Risiko mit einem Standardverfahren, einem Score, eingeschätzt werden. Ein Trainer, der Ihre Antworten liest, stellt keine Diagnose, denn Krankheiten festzustellen und zu behandeln ist Ärzten und Heilpraktikern vorbehalten.
Haben Sie eine der sieben Fragen mit Ja beantwortet?
Beantworten Sie die Zusatzfragen oder klären Sie Ihre Belastbarkeit ärztlich. Bringen Sie eine schriftliche Einschätzung mit, bevor das Training intensiver wird, dann passt der Trainer die Übungen daran an.
Sind Sie 35 Jahre oder älter, oder planen Sie ein intensives Programm?
Die Leitlinie empfiehlt vor intensivem Training eine sportmedizinische Untersuchung, ab 35 mit Einschätzung des Herz-Kreislauf-Risikos. Fragen Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt, bevor die Belastung steigt.
Sie können beginnen. Unterschreiben Sie den Fragebogen mit Datum und melden Sie jede gesundheitliche Änderung, denn die Freigabe gilt höchstens zwölf Monate.
Darf der Trainer meine Gesundheitsdaten speichern?
Was Sie im Fragebogen angeben, sind Gesundheitsdaten, also Angaben, aus denen etwas über Ihren Gesundheitszustand hervorgeht. Nach der Datenschutz-Grundverordnung der EU darf der Trainer sie nur verarbeiten, wenn Sie ausdrücklich für einen festgelegten Zweck einwilligen. Diese Einwilligung können Sie jederzeit widerrufen, und der Widerruf muss so einfach sein wie die Erteilung.
Eine berufliche Schweigepflicht wie bei Ärzten hat ein Personal Trainer nicht. Das Strafgesetzbuch stellt nur bestimmte Berufe unter Strafe, wenn sie Geheimnisse verraten, etwa Ärzte, Anwälte und Heilberufe mit staatlich geregelter Ausbildung. Fitnesstrainer gehören nicht dazu. Fragen Sie deshalb nach diesen Punkten.
- Wofür werden meine Gesundheitsangaben genutzt, und steht dieser Zweck in der Einwilligung?
- Wo liegen der Fragebogen und meine Notizen, auf Papier, in einer App oder in einer Cloud?
- Wer außer Ihnen sieht die Daten, zum Beispiel das Studio, in dem wir trainieren?
- Wann werden die Daten gelöscht, wenn die Zusammenarbeit endet, und wie widerrufe ich meine Einwilligung?
Wie sieht ein überprüfbares Trainingsziel aus?
Ein Ziel wie fitter werden lässt sich nicht überprüfen, deshalb weiß nach zehn Stunden niemand, ob das Training gewirkt hat. Der Standard von EuropeActive verlangt vom Personal Trainer, kurz-, mittel- und langfristige Ziele mit Ihnen zu vereinbaren und sie zu überprüfen. Ein brauchbares Ziel nennt einen Messwert, etwa eine Gehstrecke, eine Zahl von Wiederholungen oder eine Alltagsbewegung. Dazu kommen ein Zeitraum und ein Termin, an dem Sie gemeinsam nachmessen.
Rechtlich schuldet der Trainer das Training, nicht den Erfolg. Ein Trainer, der Ihnen ein bestimmtes Gewicht oder eine Heilung verspricht, verspricht mehr, als er vertraglich schuldet. Gute Ziele sind deshalb solche, die Sie selbst beeinflussen und die der Trainer mit Ihnen messen kann.
Was sollte schriftlich im Angebot stehen?
Acht Punkte sollten im Angebot stehen, bevor Sie die erste Stunde bezahlen. Drei davon nennen Zahlen. Gegenüber Verbrauchern muss der Preis die Umsatzsteuer enthalten. Ein Kleinunternehmer berechnet keine Umsatzsteuer, wenn sein Umsatz im Vorjahr höchstens 25.000 Euro und im laufenden Jahr höchstens 100.000 Euro beträgt. Bezahlte Stunden eines Pakets können Sie ohne wirksame Befristung drei Jahre lang einfordern.
| Punkt | Warum er wichtig ist |
|---|---|
| Gesamtpreis je Stunde oder Paket | Gegenüber Verbrauchern muss der Preis die Umsatzsteuer und alle anderen Bestandteile enthalten. |
| Umsatzsteuer oder Kleinunternehmer | Ein Kleinunternehmer weist keine Umsatzsteuer aus, dann ist der genannte Preis der Endpreis. |
| Absagefrist und Ausfallhonorar | Eine zu spät abgesagte, fest reservierte Stunde kann trotzdem zu zahlen sein. |
| Gültigkeit eines Pakets | Ohne wirksame Befristung können Sie bezahlte Stunden drei Jahre ab Jahresende einfordern. |
| Ort und Fahrtkosten | Training im Studio, zu Hause oder draußen verändert Preis und Rahmen. |
| Qualifikation und Erste Hilfe | Personal Trainer ist keine geschützte Berufsbezeichnung. Der Nachweis zeigt, wer geprüft hat. |
| Berufshaftpflichtversicherung | Sie deckt Schäden, die der Trainer verursacht. Der Berufsverband verlangt sie von seinen Mitgliedern. |
| Einwilligung für Gesundheitsdaten | Ohne sie darf der Trainer Ihre Gesundheitsangaben nicht verarbeiten. |
Die Umsatzsteuer ist kein Detail. Nennt ein Trainer 80 Euro zuzüglich Umsatzsteuer, zahlen Sie beim Regelsatz von 19 Prozent 95,20 Euro. Ist er Kleinunternehmer, bleiben es 80 Euro, und auf der Rechnung steht keine Umsatzsteuer. Ob ein Trainer für eine abgesagte Stunde Ausfallhonorar verlangen darf, hängt vom Einzelfall ab.
Wie bereite ich mich auf das Erstgespräch vor?
Mit diesen Unterlagen und Fragen vergleichen Sie mehrere Trainer nach denselben Punkten. Nehmen Sie sie zu jedem Erstgespräch mit.
- Schreiben Sie Vorerkrankungen, Operationen, Verletzungen und Medikamente mit Dosis auf.
- Klären Sie vorab, ob eine ärztliche Einschätzung nötig ist, etwa weil Sie über 35 sind, lange nicht trainiert haben oder eine der sieben Fragen mit Ja beantworten würden.
- Formulieren Sie Ihr Ziel mit Messwert und Zeitraum, etwa eine Strecke, eine Bewegung im Alltag oder eine Zahl von Wiederholungen bis zu einem Datum.
- Fragen Sie nach Qualifikationsnachweis, Erste-Hilfe-Kurs und Berufshaftpflichtversicherung und lassen Sie sich die Unterlagen zeigen.
- Lassen Sie sich Gesamtpreis, Umsatzsteuer, Absagefrist, Ausfallhonorar, Paketgültigkeit und Fahrtkosten schriftlich geben.
- Lesen Sie die Einwilligung für Ihre Gesundheitsdaten, bevor Sie unterschreiben, und fragen Sie nach Speicherort, Zugriff und Löschung.
Vergleichen Sie nach mehreren Gesprächen nicht nur den Preis. Ein Trainer, der gezielt nach Ihrer Gesundheit fragt, Ihr Ziel messbar macht und die Bedingungen schriftlich vorlegt, arbeitet so, wie es der europäische Berufsstandard beschreibt. Was eine Stunde kostet, steht bei den Personal Training Kosten: meist 60 bis 120 Euro.
Häufige Fragen
Was fragt ein Personal Trainer im Erstgespräch zur Gesundheit?
Ein Personal Trainer fragt im Erstgespräch nach Vorerkrankungen, Medikamenten, Verletzungen und Beschwerden, oft mit einem Fragebogen wie dem PAR-Q+. Dessen sieben Fragen betreffen Herzerkrankung und Bluthochdruck, Brustschmerz, Schwindel, andere chronische Erkrankungen, Medikamente, Probleme an Knochen, Gelenken oder Sehnen und ärztliche Einschränkungen. Bei einem Ja folgen Zusatzfragen oder eine ärztliche Abklärung.
Brauche ich vor dem Personal Training eine ärztliche Bescheinigung?
Nein, eine ärztliche Bescheinigung schreibt vor dem Personal Training kein Gesetz vor. Die ärztliche Leitlinie zur sportmedizinischen Vorsorge empfiehlt aber eine Untersuchung vor einem intensiveren Programm und ab 35 Jahren die Einschätzung des Herz-Kreislauf-Risikos. Wer eine der sieben Fragen des PAR-Q+ mit Ja beantwortet, klärt die Belastbarkeit vorher ärztlich.
Darf mein Personal Trainer meine Gesundheitsdaten speichern?
Ja, Ihr Personal Trainer darf Ihre Gesundheitsdaten speichern, in der Regel aber nur mit Ihrer ausdrücklichen Einwilligung für einen festgelegten Zweck. Diese Einwilligung können Sie jederzeit widerrufen, und der Widerruf muss so einfach sein wie die Erteilung. Fragen Sie nach Speicherort, Zugriff und Löschfrist.
Unterliegt ein Personal Trainer der Schweigepflicht?
Nein, ein Personal Trainer unterliegt keiner strafrechtlichen Schweigepflicht wie ein Arzt. Das Strafgesetzbuch erfasst nur bestimmte Berufe, Fitnesstrainer gehören nicht dazu. Für Ihre Gesundheitsdaten gilt trotzdem die Datenschutz-Grundverordnung, ohne Ihre Einwilligung darf der Trainer sie weder verarbeiten noch weitergeben.
Muss der Preis beim Personal Trainer die Umsatzsteuer enthalten?
Ja, gegenüber Verbrauchern muss ein Personal Trainer den Gesamtpreis einschließlich Umsatzsteuer nennen. Ein Kleinunternehmer mit höchstens 25.000 Euro Umsatz im Vorjahr und 100.000 Euro im laufenden Jahr berechnet keine Umsatzsteuer. Fragen Sie deshalb bei Preisen zuzüglich Umsatzsteuer nach dem Endbetrag.
